Etwas mehr als 5 Stunden dauert die Fahrt nach Fieschertal, von wo aus wir in einer guten Stunde zur Burghütte aufsteigen.
Wir haben Glück und bekommen trotz sonnigem Wochenende in der Hochsaison ein 8er-Zimmer für uns alleine. Außerdem übernachten noch einen 7-köpfige französische Familie sowie Nadine und Ben aus Zürich, so dass sogar ein Zimmer frei bleibt.

Nach einer ausgiebigen Trinkpause, dem Bewundern des oberhalb gelegenen Wannenhorns und des unter der Hütte “fliessenden” Fiescher-Gletschers genießen wir am Nachmittag zwei perfekt abgesicherte Kletterrouten mit 3 Seillängen – Sportklettern in alpinem Ambiente.

Nach dem Drei-Gänge-Menu genießen wir einen wunderbaren Abend, den Nadine, Ben und ich gegen 22.30 Uhr beschließen. Frank versackt noch bis Mitternacht mit Hüttenwirt Hubert und “Chefkoch” Koni beim mitgebrachten Rotwein und Konis selbstgebranntem Schnaps…

Hubert und Koni sind zwei echte Walliser Originale, die sich immer wieder gegenseitig ins Wort fallen, weil es so viele interessante Geschichten zu erzählen gibt :-) .

Am nächsten Morgen wandern wir nach einem ausgiebigen Frühstück um 8 Uhr los.

Mit Blick aufs Eggishorn …

… geht es an der Märjela Gletscherstube vorbei durch einen 1 km langen Tunnel.

Anschließend genießen wir einen schönen Blick auf den Fiescher Gletscher.

Ab der Mittelstation der Seilbahn steigen wir entlang der Sesselliftspur hoch zur Elselücke. Dort eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama auf den Aletschgletscher – mit 24 km Länge der längste Eisstrom der Alpen.

Nach einem kurzen Stück auf dem Grat geht es zum Einstieg des Klettersteigs “Eggishorn”, den Hubert mit seinem Sohn Ivan vorbildlich eingerichtet hat.
Beim Anseilen fallen mir die intensiv blauen Enzian-Blüten auf, die ringsherum blühen …

Recht bald gibt es die erste luftige Hängebrücke zu überwinden.

Über unzählige Eisenstifte quert man durch die Felswand.

Eine 40 m lange Drei-Seilbrücke stellt das wackelige Highlight dar. Man kann sie allerdings auch umgehen, was ich vorgezogen habe … :-) . Auf diese Weise konnte ich ein paar spektakuläre Aufnahmen von Frank machen (Fotos sind Links zu Youtube-Videos).

Über viele senkrechte Leitern geht es über den Adlersitz, vorbei am Adlerturm zum Ziel – der Gipfelstation der Seilbahn.

Während sich der Himmel zuzieht besteigen wir über den breiten, fast gepflastert wirkenden Weg noch schnell den Gipfel des Eggishorn.


Begleitet von grollendem Donner und ersten Regentropfen steigen wir ab.

Glücklicherweise verziehen sich die Gewitter bald und so erreichen wir bei leichtem Regen gegen 15.45 Uhr wieder sicher die Burghütte.

Koni begrüßt uns mit einem Stück von Huberts leckerem selbstgemachten Apfelkuchen.
Heute sind wir die einzigen Gäste und so gibt es ein superleckeres selbstgemachtes Schweizer Käsefondue zum Nachtessen.

Das Radio in der Küche spielt dazu zünftige Volksmusik, die Koni mit zwei Esslöffeln gekonnt begleitet.

Mit den 7 – 8 Seillängen der Chämifäger-Route lassen wir am Montag das tolle Wochenende ausklingen.

Verfasst von: sylvismile | 28. Mai 2010

Südamerika – ein kurzer Rückblick

In Buenos Aires treffen wir am Tag vor unserer Abreise noch Franks ehemaligen Kollegen Alejandro.

Mit Sonnenschein im Gepäck kommen wir an Pfingsten wieder nach Deutschland.
Leider hält das gute Wetter nur ein paar Tage und wir dürfen / müssen uns langsam an das wechselhafte deutsche Klima gewöhnen…

Die bunten Euroscheine fühlen sich fremd an und sind außerdem viel kürzer als die Scheine in Südamerika.
Der “Luxus” unserer Wohnung und Autofahren sind dagegen der reinste Genuss :-)

Highlights

Wir haben uns fast überall wohlgefühlt und viele tolle Erfahrungen machen dürfen.
Dennoch gibt es für jedes Land ein Highlight, das ein wenig über die anderen herausragt (Fotos sind gleichzeitig Link zum dazugehörigen Blogeintrag).

In Peru war es die Besteigung des Ampato mit seinen 6288 m Höhe,

in Bolivien die Salzwüste Salar de Uyuni,

in Chile der Torres del Paine Nationalpark und

in Argentinien die Eisfeldexpedition und der kleine Ort El Chalten.

Einige unserer Lieblingsausdrücke / -redewendungen:
(werden zum Teil nur in Argentinien benutzt)

  • “dale” – “ok”, “in Ordnung” …
  • “barbaro” – “großartig”
  • “viste” – “hast du gesehen” oder auch im Sinne von “weißt du”
  • “entonces” – “dann”, “also” oder “hm” (Füllwort)
  • “lindisimo” – “supertoll – megaschön”
  • “rebueno” – “mehr als gut / besonders gut”
  • “remalo” – “besonders schlecht”
  • “muchisimo gracias” – “besonders vielen Dank”
  • “el tema es que …” – “das Thema ist, dass …”
  • “que porqueria” – “was ein Quatsch”
  • “cualquier cosa llamame” – “wenn noch irgendetwas ist, sag Bescheid” (ist allerdings nicht so ernst gemeint)
  • “no te rompas la cabeza” – “zerbrich dir nicht den Kopf”
  • “no te preocupes” – “mach dir keine Sorgen”
  • “fondo blanco” – “auf Ex”
  • “efectivo” – “bar”
  • “más o menos” – “mehr oder weniger”

Was wir vermissen werden:

  • Empanadas
  • gutes Wetter
  • Patagonien
  • Sternenhimmel mit dem “Kreuz des Südens”
  • gute Steaks (die allerdings nicht so leicht zu finden sind)
  • unseren Lieblingssupermarkt “La Anonima”

Was wir nicht vermissen werden:

  • Toilettenpapier in den Papierkorb werfen müssen
  • die lauten Auspuffe (insbesondere in Argentinien)
  • die vielen Werkstattaufenthalte
  • die vielen Polizei- und Grenzkontrollen
  • Matetee
  • Geschäfte, die 25 Stunden am Tag geöffnet sind

In den nächsten Wochen und Monaten warten insgesamt ca. 140 Gigabyte Foto- und Filmmaterial auf Sichtung und Weiterverarbeitung…

Verfasst von: sylvismile | 18. Mai 2010

Cataratas del Iguazú

Zusammen mit Mandy starten wir am Mittwoch Nachmittag den Kurztrip nach Iguazú. Mit dem Zug geht es zunächst zum Bahnhof Retiro.

Vom nebenan gelegenen Busbahnhof startet die knapp 19-stündige Fahrt in “Schlafsesseln”.

Etwas gerädert kommen wir Donnerstag Nachmittag in Puerto Iguazú an und beziehen unsere Unterkunft im Marco Polo Suites Hostel.

Ausgeschlafen erkunden wir am Freitag die Wasserfälle von Iguazú auf der argentinischen Seite.

Mit dem parkinternen kleinen Zug, wo vier Personen in einen Sitzbank gestopft werden, geht es zum äußersten Punkt des Parks.

Über Stege laufen wir zum Garganta del Diablo (“Teufelsschlund”).

Selbst jetzt in der Nebensaison sind hier unzählige Menschen unterwegs und wir möchten nicht wissen wie voll es in der Hauptsaison ist.

Nichtsdestotrotz – es ist einfach überwältigend… (Foto ist Link zu Youtube-Video)

Auf dem Rückweg fotografieren wir Kappenblauraben und

kurze Zeit später sind wir von anderen “Fotografen” umringt.

Mit dem Boot fahren wir ein Stück den Fluss entlang (Fotos sind Link zu Youtube-Video).


Am Ufer liegen einige Kaimane faul in der Sonne.



Es gibt einige Rundwege zu den unglaublich vielen Wasserfällen, die wir natürlich alle absolvieren :-) .


Regenbogen vervollkommnen den wunderschönen Tag (Fotos sind Link zu Youtube-Video).



Frank macht wie immer auch Quatschfotos,

während ich einige Schmetterlinge fotografiere.


Samstag, als wir die Wasserfälle auf der brasilianischen Seite besuchen, ist der Himmel leider bedeckt.



Wie am Vortag treffen wir auf etliche südamerikanische Nasenbären, die immer auf der Suche nach etwas Essbarem sind.

Ein paar Schmetterlinge sind ebenfalls unterwegs,

wie auch einige Spinnen.

Höhepunkt ist aber der große Wasserfall am Ende des Wanderweges, den man sowohl von unten (Foto ist Link zu Youtube-Video) und

als auch von oben betrachten kann (Foto ist Link zu Youtube-Video).

Anschließend besuchen wir noch den benachbarten Vogelpark.

Besonders gut gefallen uns die Gehege, in die man hineingehen darf und mitten unter den Vögeln ist (Foto ist Link zu Youtube-Video).

Tukane sind unsere Lieblingsmotive.


Am lautesten sind allerdings die Papageien (Foto ist Link zu Youtube-Video).

Zum Abschluss bekommt Mandy noch einen Papagei auf die Schulter gesetzt

und Frank und ich eine vierjährige Boa Constrictor (Königsboa) um den Hals gelegt.


Nach einem verregneten Sonntag treten wir abends die mehr als 18-stündige Rückreise nach Buenos Aires an.

Verfasst von: sylvismile | 10. Mai 2010

Tigre – Buenos Aires – Uruguay

Die 1100 Kilometer von Mendoza nach Buenos Aires fahren wir in zwei langen Tagesetappen.

An einigen Regionsgrenzen werden die Fahrzeugpapiere kontrolliert und es geht vorbei an einer Unfallstelle.

Als es bereits dunkel ist, gibt es einen Mordsknall und eine dunkle Wolke – dem LKW unmittelbar vor uns ist der rechte Vorderreifen geplatzt. Das Fahrzeug bricht nach rechts aus und kommt erst nach einer guten Strecke durch die Botanik zum Stehen.
Eine zeitlang empfinden wir alle entgegenkommenden LKWs als tickende Zeitbomben und sind froh, dass keine weiteren Reifen platzen.

Am Spätnachmittag erreichen wir die äußeren Bereiche von Buenos Aires und stauen uns durch den Feierabendverkehr nach Tigre.
Fünf Kilometer außerhalb gibt es den einzigen “echten” Campingplatz für Fahrzeuge, der sehr versteckt am Rio Lujan liegt.

Außer uns sind noch zwei französische Familien dort und so sitzen wir jeden Tag mit Florence, Gilbert, Carole und Laurent zusammen – essen Crepes und trinken Wein :-)

Samstag Abend treffen wir Franks ehemalige Kollegin Mandy, die seit mehr als 2 Jahren in Buenos Aires lebt und arbeitet.

Sonntag geht es mit einer Lancha (einer Art “Wasserbus”) nach Tigre, wo wir das Kunstmuseum besuchen.

Ein paar Tage später fahren wir mit einer moderneren Lancha direkt vom Campingplatz zum Puerto Madero in Buenos Aires.
Die mehr als einstündige Fahrt mit Kaffee, Alfajor (süßes Gebäck) und Zeitung gibt es für umgerechnet 3 Euro pro Person.

Das Gewimmel einer Großstadt sind wir nicht gewöhnt und so genießen wir die Ruhe in der Buchhandlung “El Ateneo”, die in einem alten Theater untergebracht ist.


Puerto Madero selbst ist ebenfalls angenehm ruhig. Dort liegen unter anderem zwei Museumsschiffe im Hafenbecken.

Eine weitere Sehenswürdigkeit dort ist die “Puente de la mujer”.

Am Muttertagswochenende verabschieden wir uns von den Campinplatzbetreibern Beatriz und Angel.

Mit der Fähre geht es nach Colonia de Sacramento in Urugay.

Dort angekommen stärken wir uns zunächst bei einem guten Mittagessen und

besteigen dann den Leuchturm, von wo aus man einen guten Blick auf den Rio de la Plata hat.

Der Ort ist sehr touristisch und relativ teuer, hat aber eine entspannte Atmosphäre.
Es gibt ein paar fahrtüchtige Oldtimer und andere, die nun zu einer Art Vorgarten umfunktioniert wurden.

Am Spätnachmittag fahren wir die letzten Kilometer mit Phönix in das 25 km entfernte Santa Ana.

Dort bleibt unser Landy bei Bärbel und Horst, bis er 10 Tage später von seinem neuen Besitzer abgeholt wird.

Die beiden reiselustigen Rentner sind sehr nett und wir führen viele äußerst interessante Gespräche.

Sie wohnen in der Nähe des zu dieser Jahreszeit sehr ruhigen Strandes.

Zurück in Tigre logieren wir im Hostel und genießen eine ausgezeichnete Pizza.

Verfasst von: sylvismile | 28. April 2010

Rund um Mendoza

Montag Abend erreichen wir Mendoza und quartieren uns bei Archie ein, den wir in Torres del Paine und in El Chalten getroffen haben.

So parken wir auf dem Familiensitz der Rinaldinis und schlafen zum ersten Mal seit Monaten in einem richtigen Bett.

Drei Tage später fahren wir Richtung Aconcagua.
Unterwegs kommen wir an einer Gedenkstätte mit Hunderten von Wasserflaschen vorbei. Die Geschichte dazu findet ihr zum Beispiel unter: Difunta Correa

Am Abend erreichen wir das Besucherzentrum. Wir genießen das Abendessen im “warmen” Auto.

In der Nacht ist es hier auf knapp 2900 m Höhe verdammt kalt – am Morgen sind die Scheiben von innen gefroren.

Gegen 8 Uhr geht die Sonne auf.

Wir wandern ca. zwei Kilometer und genießen die Sicht auf den höchsten Berg auf diesem Kontinent – den Aconcagua (6959 m).

Auf dem Rückweg besichtigen wir die Puente del Inca

und den Bergsteigerfriedhof ein paar Kilometer weiter.

Weiter geht die Fahrt durch einige kurze Tunnel und farbige Berglandschaften.

In Uspallata fahren wir durch herbstlich gefärbte Alleen.

Anschließend gibt es eine gute Stunde lang keine weiteren Verkehrsteilnehmer außer einem Pferd.

In der Abenddämmerung “arbeiten” wir uns die Serpentinen nach Villavicencia hinunter, wo wir im Auto übernachten.

Zurück in Mendoza verbringen wir einige Tage mit Recherchen und eMails bezüglich des weiteren Verbleibs unseres Landys, bevor die Fahrt nach Buenos Aires antreten …

Verfasst von: sylvismile | 18. April 2010

Von San Martin nach San Rafael entlang der Anden


(Bei Mausklick auf den Kartenausschnitt erscheint eine detailliertere Karte)

Nach der Vulkanbesteigung campieren wir zwei Tage am Lago Lolog.

Wir relaxen

und genießen den Sonnenuntergang.

Donnerstag gibt es einen Großeinkauf in San Martin de los Andes und einen Abstecher zur Werkstatt von Marcello mit seinem Pickup aus dem Jahr 1958.

Dann geht die Fahrt Richtung Alumine. Unterwegs begegnen uns in erster Linie Verkehrsteilnehmer zu Pferde.

Wir fahren eine Extrarunde über den Lago Norquinco, wo überall Araukarien ihre Äste dem Himmel entgegen strecken.


Jetzt im Herbst sammeln viele Leute Araukarienkerne, die man roh, geröstet oder andersweitig zubereitet genießen kann.

Nördlich des Lago Norquinco finden wir einen wunderbaren Stellplatz am Fluss.

Zum Abendessen macht Frank leckere Pfannkuchen.

Am nächsten Morgen geht die Fahrt weiter durch Moquehue,

über Sandpisten

und vorbei an Felsformationen mit Basaltsäulen.


Entlang der Anden fahren wir Richtung Caviahue – ein weiteres Mal vorbei an interessanten Felsformationen.


Wir genießen die Landschaft im Nachmittagslicht.


Im Dunkeln finden wir einen Stellplatz neben der Straße und am nächsten Tag geht es – vorbei an einer Flussschleife – bis Chos Malal.

Dort übernachten wir im Camping Municipal und begegnen vier Radfahrern aus der Schweiz und dem Motorradfahrer Tobias.

Am nächsten Tag geht es über Asphalt und Piste bis kurz vor Andacollo, wo immer wieder Gauchos und ihre Herden auf der Straße anzutreffen sind.

Nachmittags geht es zurück nach Chos Malal, auf der Ruta 40 um den Vulkan Tromen herum in das staubig-verwahrloste Buta Ranquil – wenigstens gibt es hier wieder Diesel an der kleinen Tanke.

Immer wieder machen wir Fotostopps.

Für die Radfahrer hinterlassen wir nach einer langen wasserlosen Strecke ein Wasserdepot.

Auf etwa 80 km befindet sich die Strasse im Auflösungszustand, den Teer kann man kaum mehr erahnen – zum Fahren ist es eine üble Mischung…

Es geht entlang einer Lagune,

zum Rio Grande.

Am Fluss finden wir einen schönen Übernachtungsplatz.

Immer wieder gibt es “Gedenkstätten” am Straßenrand.

Neben den sonst üblichen Metallzäunen am Strassenrand findet man in der Nähe von Siedlungen Zäune aus dichtem Gestrüpp – ein guter Windfang, hinter dem die Leute sich Gemüsegärten und ähnliches anlegen.

Mittwoch Nachmittag erreichen wir Malargüe.

Die Stadt liegt 1430 m hoch. Ab dem frühen Abend ist es hier empfindlich kalt, so dass wir am nächsten Tag weiter fahren.

Anstatt direkt nach San Rafael zu fahren, nehmen wir den Abstecher über den Canyon de Atuel.


Südlich von San Rafael verbringen wir ein paar Tage im Camping Ayum Elun.

Hier ist es angenehm warm und ruhig – selbst der Specht ist leise.

Außerdem findet Frank eine Schmusekatze,

die sogar die steile Leiter hochklettert,

um ihn im Dachzelt zu besuchen.

Verfasst von: sylvismile | 6. April 2010

“Osterspaziergang” – Besteigung des Vulkan Lanin (3726m)

Karfreitag fahren wir von San Martin de los Andes Richtung Paso Tromen. Kurz nach Junin de los Andes sehen wir den Vulkan Lanin zum ersten Mal.

An der Rangerstation registrieren wir uns für einen Besteigungsversuch, lassen die Ausrüstung prüfen und leihen uns ein Funkgerät aus, das für die Besteigung vorgeschrieben ist.

Direkt hinter der Station dürfen wir parken und im Auto übernachten.

Morgens ist alles leicht gefroren und der Vulkan leuchtet in der Morgensonne.

In aller Ruhe packen wir die Rucksäcke und beginnen den Aufstieg zum Refugio BIM. Einige Zeit führt der Pfad auf einem Moränenrücken entlang.

Mittags ist die Hütte – eigentlich nur eine Biwakschachtel – erreicht.

Da es stark windig ist, verkriechen wir uns nach drinnen. Es herrscht ein reges Treiben bis nach ein paar Stunden alle Gruppen, die heute den Vulkan bestiegen haben, den Abstieg antreten.
Nun können wir endlich unsere Schlafsäcke ausbreiten und uns richtig entspannen.

Als der Wind sich etwas legt, genießen wir die herrliche Aussicht

und später die Abendstimmung.

Außer uns übernachtet noch ein Pärchen aus Buenos Aires mitsamt Bergführer. Die Männer der Gruppe schnarchen abwechselnd so laut, dass ich trotz Oropax und Mütze kaum Schlaf finde…
Um 2.45 Uhr stehen sie auf und machen Lärm bis sie kurz nach 3.30 Uhr aufbrechen.
Unser Wecker klingelt um 4.30 Uhr und um 5.10 Uhr beginnen auch wir mit dem Aufstieg.

Die Dreiergruppe überholen wir bereits kurz nach dem Einstieg aufs erste Schneefeld.
Oberhalb sieht man die Stirnlampen der beiden Vierergruppen, die im höher gelegenen Camp (Rifugio CAJA) übernachtet haben.

Erst gegen 7.50 Uhr geht die Sonne auf.

Im Morgenlicht zeigt sich im Westen der Vulkan Villarica, auf den wir Ende Dezember gestiegen sind.

Kurze Zeit leuchtet der Schnee rosa.

Nach einer Weile wird es Zeit für eine kurze Pause, in der Frank sich mit Blick nach Chile entspannt.

Weiter geht es durch den steilsten Abschnitt des gesamten Anstiegs, wo wir durch Vulkangeröll, Schnee und Eis kraxeln (Foto ist Link zu Youtube-Video).

Kurz unterhalb des Gipfels sprechen wir mit den beiden Vierergruppen, die sich an den Abstieg machen.

Die letzten Meter sind schnell zurückgelegt (Foto ist Link zu Youtube-Video).

Geschafft!

Richtung Südwesten wirft der Lanin einen gewaltigen Schatten ins Tal (gestützt durch meine Beine :-) ).

Im Westen liegt der Vulkan Villarica

und im Norden schauen wir runter zum Lago Tromen.

Der Wind hat den Schnee in besondere Strukturen umgeformt.

Kurz nach 10 Uhr geht es wieder abwärts (Foto ist Link zu Youtube-Video).

Der Abstieg umfasst insgesamt 2600 Höhenmeter.

Mit einer einstündigen Pause an der Hütte erreichen wir um 14.45 Uhr wieder das Auto.

Zusätzlich zu den üblichen Blasen und Druckstellen habe ich mir eine Blutblase unter dem linken großen Zehnagel zugezogen – mal sehen, wann ich wieder wandern kann …

Verfasst von: sylvismile | 30. März 2010

Intensive Reisekontakte rund um El Bolson

Am Wochenende vor meinem Geburtstag kommen wir in der Gegend von El Bolson an. Wir übernachten im Camping Michay in Lago Puelo, wo wir vom alten Eigentümerehepaar herzlich begrüßt werden. Eine kleine Katze, die im Januar noch nicht existierte, hockt sich gleich auf Franks Schulter.

Montags geht es in die Werkstatt von Gerardo Miranda – er weiß nicht so recht, ob er sich freuen soll oder nicht :-)
Dieses Mal bleibt es bei einem Check und dem Austausch des Luftfilters.
Für Dienstag Abend laden wir Gerardo und seine Frau ins “A Punto” ein, dem besten Restaurant im Ort. Das Essen ist lecker und es geht bis spät in die Nacht.

Am nächsten Abend laden sie uns zu “Pollo al disco” ein.

Meinen Geburtstag verbringen wir mehr oder weniger im bzw. vor dem “Jauja” und kommen immer wieder mit Leuten ins Gespräch. Überraschend begegnen uns Birte und Ingo, die wir zuletzt in La Paz getroffen haben.
Sie haben vor einer Woche einige Orcas bei der Jagd auf Seelöwen beobachten können – siehe www.freigelassen.de.
Gemeinsam genießen wir das leckere Eis…

Am Donnerstag Nachmittag geht es zu Claudia und Klaus auf die Farm.
Dort sind bereits Adi und Markus aus dem Kreis Rottweil, Ali und Arno aus Münster, Vera und Nico aus Holland und Jürgen aus Warmbronn.
Das Wetter ist prima, die Stimmung klasse und so sitzen alle bis spät in die Nacht am Lagerfeuer…

Tagsüber helfen einige auf der Farm. Adi und ich bei der Versenkung kleiner Holzscheiben in die Schraubenlöcher der großen Veranda

und die anderen bei Holzarbeiten.

Zwischendurch gibt es immer wieder interessante Gespräche und Entspannungsphasen.
Am Sonntag backt Claudia zwei leckere Kuchen und ihre Töchter Anna und Mona bereiten mit Hündin Thymia einen kleinen Spielewettkampf vor.

Wir treten in zwei Teams gegeneinander an und haben jede Menge Spaß.



Die Abschlussaufgabe kann nicht erfüllt werden, da wir statt eines Käfers “nur” eine Eidechse finden.

Kurzentschlossen lautet die neue Aufgabe, ein Sprungbild zu machen.

Am Ende gibt es nur Sieger…

Montag schlafen alle länger. Am späten vormittag sitzen wir zusammen vor Jürgens Unimog und genießen ein reichhaltiges und sonniges Frühstück.



Den letzten gemeinsamen Abend verbringen wir im “Parilla Patagonia”.

Dienstag ist große Aufbruchstimmung und es werden die letzten Abschiedsfotos geschossen.

Unsere Route geht über San Carlos de Bariloche – wo es exklusive Bereiche für Hunde gibt – weiter Richtung Norden.

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